Berechnungsbeispiel Continental - Daten und Ergebnis

10. November 2014 Posted by Mathias Maier

 

Als zweiten Wert wollen wir uns der Continental-Aktie (WPKN 543900) zuwenden.

Im Gegensatz zu Fielmann ist Continental in einer zyklischen Branche tätig. Dies läßt sich schnell anhand der historischen Daten erkennen. Dadurch wird die Ermittlung der Eingabeparameter erschwert, was zur Folge hat, dass die Geschäftszahlen bei einem Engagement in diesen Titel häufiger überprüft werden sollten, um die Prognosen zu kontrollieren.

Nun wollen wir uns den Werten selbst zuwenden:

 

Die Werte für die allgemeinen Angaben sollten soweit klar sein.

Nach der 1-5-7-10-Regel wurde der Planungshorizont auf 5 Jahre festgelegt, als solide Firma mit wiedererkennbarem Markennamen. Zudem erscheinen 7 Jahre für einen Zykliker zu hoch.

 

Lassen Sie uns zu den Kapitalkosten kommen:

 

Risikolose Anleihen:

Wie bereits als Fielmann werden wir als Referenzwert die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen verwenden. Der Wert von 1,68% wurde von www.finanzen.net/zinsen/10j-Bundesanleihen entnommen.

 

Aufschlag auf Unternehmensanleihen:

Von Continental liegen Ratings aller drei großen Rating-Agenturen vor. Moodys stuft Continental mit Baa3 ein, was der Bewertung von BB+ bei S&P entspricht. Von Fitch wird Continental mit BBB eingestuft.

Da Continental die Schulden kontinuierlich abbaut und in letzter Zeit Schritt für Schritt hochgestuft wurde, verwenden wir die BBB-Unternehmensanleihen der "Zinsstrukturkurve der Börse Stuttgart" als Bezugspunkt. Dadurch kommen wir zu einem Aufschlag von ca. 1,9 %.

 

Risikoprämie für Aktien:

Da diese nicht aktien-, sondern länderspezifisch ist, verwenden wir den Wert, dem wir bei Fielmann ermittelt haben, also 6,43 %.

 

Betafaktor:

Der Betafaktor wurde wieder von "börsennews.de" entnommen. Er beträgt für Continental 1,14.

 

Langfristige Schulden:

Die langfristigen Schulden finden wir in der Bilanz unter "Passiva / Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten". Der Wert Beträgt 6.307,0 Mio €.

 

Womit wir zu den Unternehmenszahlen kommen:

 

Umsatz:

Den Umsatz können Sie der Gewinn- und Verlustrechnung oder einer Vielzahl von Börsen- und Finanzportalen entnehmen. Der Umsatz (Umsatzerlöse) beträgt 32.736,2 Mio €.

 

Wachstumsrate:

Zum Berechnen der Wachstumsrate verwenden wir die Eingabemaske. In diesem Beispiel wollen wir von einer kontinuierlichen Wachstumsrate über den Planungshorizont ausgehen. Später werden wir mit individuellen Werten für jedes Jahr rechnen. Dafür setzen wir das Häkchen bei "Gleichmässiges Wachstum" und drücken den "Bestätigen"-Button.

 

Für die Ermittlung des Wertes nutzen wir die Berechnungshilfe und geben die Umsatzzahlen der letzten 10 Jahre ein (die Werte sind in diesem Fall von "Ariva.de" ).

 

Wie Sie sehen können, schwanken die Wachstumsraten stark zwischen -17 % und +45 %, was die Ermittlung der Wachstumsrate erschwert. Wir gehen gehen von der durchschnittlichen Wachstumsrate der letzten 5 Jahre aus (7,8%). Da wir konservativ an die Sache gehen wollen, senken wir den Wert für die Berechnung auf 7,0 %.

 


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EBIT-Marge:

Auch zur Berechnung der EBIT-Marge verwenden wir die Berechnungshilfe und tragen die Margen der letzten 5 Jahre ein ( Daten des Beispiels von "boersennews.de" ).

 

Auch bei der EBIT-Marge sehen wir starke Schwankungen zwischen -5 % und +9,4 %. Da die beiden ersten Werte der Finanzkrise geschuldet sind, nehmen wir das arithmetische Mittel der letzten 3 Jahre und erhalten eine EBIT-Marge von 8,4 %.

 

Steuerrate:

Wie gehabt tragen wir das EBIT und die Steuerzahlungen für die letzten 5 Jahre ein ( Daten des Beispiels von "boersennews.de" ).

 

Aus den Werten der letzten 3 Jahren errechnet sich ein Steuerrate von 24,7 %.

 

Investitionsrate:

Auch bei Auswertung der Investitionsrate, der Abschreibungsrate und der Nettoumlaufvermögensrate verwenden wir die Berechnungshilfe, verwenden allerdings aus pragmatischen Gründen (dazu benötigen wir die Geschäftsberichte und wollen dabei die Anzahl der zu verwendenden Berichte in Grenzen halten) nur die Werte der letzten vier Jahre.

 

Die Umsatzzahlen haben wir schon zuvor ermittelt. Die Investitionssummen erhalten wir aus der Kapitalflußrechnung. Es ist der Betrag für "Investitionen in Sachanlagen und Software" abzüglich der "Erlöse aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten" (eigentlich müssten die immateriellen Vermögenswerte herrausgerechnet werden, da es sich aber für unsere Berechnungen um einen unbedeutenden Betrag handelt, können wir uns diese Arbeit sparen).

Wir verwenden den Mittelwert der letzten 3 Jahre, wodurch wir auf ein Ergebnis von 5,4 % kommen.

 

Abschreibungsrate:

Wir tragen wieder die Umsatz- und Abschreibungszahlen der letzten 4 Jahre ein:

 

Die Umsatzzahlen haben wir schon zuvor ermittelt. Die Abschreibungen erhalten wir aus der Kapitalflußrechnung (Abschreibungen und Wertminderungen).

Als Mittelwert der letzten 3 Jahre erhalten wir einen Wert von 5,7 %. Da die Abschreibungsrate auf Dauer nicht höher sein kann als die Abschreibungsrate, arbeiten wir mit einem Wert von 5,4 %, was auch der Abschreibungsrate der beiden letzten Jahre entspricht.

 

Nettoumlaufvermögensrate:

Wir verwenden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Vorräte, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sowie die Ümsätze der letzten 4 Jahre.

 

Die Umsätze sind schon bekannt. Die Zahlen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie die Vorräte erhalten wir aus der Bilanz unter "Aktiva / kurzfristige Vermögenswerte". Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind ebenfalls in der Bilanz unter "Passiva / kurzfristige Schulden" hinterlegt.  Bitte beachten Sie auch dazu die Informationen unter "Angaben-zur-Nettoumlaufvermogensrate" .

Ansonsten setzen wir die Werte der letzten vier Jahre ein und erhalten eine Rate von 13,3 %.

 

Zahlungsmittel und Äquivalente:

Den Wert finden wir in der Bilanz unter "Aktiva / kurzfristige Vermögenswerte" als "flüssige Mittel". Der Wert beträgt 2.397,2 Mio €.

 

Aktienanzahl:

Die Aktienanzahl kann aus dem Geschäftsbericht entnommen werden (innerhalb des Textes) oder einfacher aus einem Börsen- oder Finanzportal, wie z.B bei "boersennews.de" unter Firmenprofil in der Übersicht.

Die Diskrepanz zwischen 200,01 und 200 Mio Aktien aus unterschiedlichen Quellen, können wir getrost vergessen.

 

Gewichtete Kapitalkosten:

Die gewichteten Kapitalkosten müssen Sie nicht berechnen, da sich die Zahlen aus den anderen Eingabeparametern ergeben. Es muss nur nochmals aufgerufen werden mit dem Hintergrund, die Plausibilität zu püfen. Wäre z.B der Nachsteuereffekt des Stammkapitals "0,00 %", so müsste ein Eingabeparameter fehlen oder falsch sein. Gleiches gilt für die langfristigen Schulden, soweit die Firma solche aufweist.

 

Während bei Fielmann der Nachsteuereffekt der langfristigen Schulden verschwindend gering war, liegt er bei Continental bei knapp 10 % des Stammkapitals. Klicken Sie nun auf "Übernehmen" und das Programm wird mit diesen Werten arbeiten. Sie können gerne auch eigene Werte vorgeben (auf der Startseite).


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Das Ergebnis:

Drücken Sie nun wieder den "Berechnen"-Button und den "Details"-Button,

 

und wir finden das Ergebnis:

 

In diesem Fall beträgt der innere Wert 151,48 €. Das ist ein Aufschlag von 11,4 % auf den aktuellen Aktienkurs von 136,00 €.

 

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