DCF Grundlagen Schritt 3: Restwertberechnung

14. September 2014 Posted by Mathias Maier

 

In der Regel wird beim Discounted-Cash-Flow-Verfahren von einem Planungshorizont  (Jahre der Überschußrendite) zwischen 1 und 10 Jahren (bis zu 15 Jahren bei Immobilien) ausgegangen.

Mehr dazu finden Sie im Abschnitt "Eingabeparameter DCF-Verfahren:zeitspezifische Angaben".

 

Warum wird kein längerer Zeitraum verwendet? Dies hat zwei Gründe:

  1. Je längerer der prognostizierte  Zeitraum ist, desto ungenauer werden die errechneten Cash Flows und entsprechend ungenauer die Ergebnisse.
  2. Ein Unternehmen kann nicht beliebig lange mit einer hohen Steigerungsrate wachsen.

 

Während Punkt 1 wohl einfach nachzuvollziehen ist, muss Punkt 2 noch etwas näher erläutert werden.

Apple wächst seit  dem Jahr 2003 beständig mit hohen Wachstumsraten. Im Jahr 2012 lag der Umsatz bei 156,5 Mio US$.

Das Bruttoinlandsprodukt der USA lag zum selben Zeitraum bei 15,7 Billionen US$.

In den Jahren 2008 bis 2012 lag das Umsatzwachstum bei Apple annualisiert bei über 48%. Würde der Umsatz weiterhin mit diesen Raten steigen, würde es nicht einmal 10 Jahre dauern, bis er höher wäre als das BIP der USA bei einer Wachstumsrate von 3%. Natürlich stimmt die Rechnung nicht ganz, da sich ja die Wachstumsrate des BIP's der USA mit jedem Jahr weiter erhöhen müßte in Richtung der 48% von Apple.

Wir lernen: irgendwann ist Schluß! Es erscheint auch logisch, dass ein technischer oder strategischer Vorteil irgendwann überholt ist.

 

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Also wir haben festgestellt, dass wir für das Discounted-Cash-Flow-Verfahren einen begrenzten Planungszeitraum ansetzen müssen.

Was geschieht nun nach Ablauf dieser Zeit? Wird das operative Geschäft beendet? Geht die Firma Bankrott?

Mit großer Wahrscheinlichkeit nicht. Aber die Zeiten der Überrenditen sind vorbei.

 

Residualwert (Terminal Value)

Nach Ablauf  des Planungshorizont wird der Residualwert, also der Restwert, den man als ewige Rente betrachten kann, ermittelt.

Wie im richtigen Leben gibt es auch für den Residualwert verschiedene Wege um zum Ziel zu gelangen.

Wir gehen in der Folge von Nullwachstum aus. Investitionen erwirtschaften nur noch die Höhe der Kapitalkosten, so dass ein Gleichgewichtszustand entsteht, in dem Investitionen und Abschreibungen sich die Waage halten und das Nettoumlaufvermögen konstant bleibt.

Der nicht abgezinste Residualwert wird nun wie folgt berechnet:

 

 

Wobei gilt:

RW         = Residualwert

FCFT+1  = Free Cash Flow in der Residualphase

WACCT   = gewichtete Kapitalkosten im letzten Detailplanungsjahr

 

Da die Investitionen gleich den Abschreibungen sind und das Nettoumlaufvermögen unverändert bleibt, gilt:

 

FCFT+1 =NOPLATT

 

Also der Free Cash Flow in der Residualphase entspricht dem NOPLAT des letzten Jahres der Detailplanung.

Damit können wir definieren:

 

 

Schließlich müssen wir den Residualwert noch abzinsen (diskontieren):

 

 

Oder ohne Zwischenrechnung:

 

 

Beispielhaft werden wir nun noch den diskontierten Residualwert der Smallpower AG berechnen.

Da nur auszugsweise die Berechnungen dargestellt werden sollten, sind wir von einem Zeitraum von einem Jahr ausgegangen.

Somit gelangen wir zu folgendem Ergebnis:

 

 

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>>>DCF-Verfahren Schritt 4: inneren Wert berechnen

 

 

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