Leverage-Effekt

4. September 2014 Posted by Mathias Maier

Der Leverage-Effekt (englisch: leverage effect) beschreibt die Hebelwirkung auf die Eigenkapitalrendite durch den Einsatz von Fremdkapital.

Warum es für Unternehmen Sinn machen kann, die Fremdkapitalquote (also die Schulden) zu erhöhen, wie der Effekt wirkt und welche Risiken dabei zu berücksichtigen sind, läßt sich am Besten durch einige Beispiele erläutern:

 

Als Startvoraussetzung gehen wir davon aus, dass Herr Mustermann 10.000 € Eigenkapital zur Verfügung hat, die er anlegen möchte. Sein Finanzberater empfiehlt ihm das Geld bei einem Projekt einzusetzen, das aktuell 8 % Rendite im Jahr erwirtschaftet. Dazu wollen wir uns vier Fälle anschauen.

 

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Beschreibung Fall 1 Fall 2 Fall 3 Fall 4 Fall 5
Eigenkapital 10.000 € 10.000 € 10.000 € 10.000 € 10.000 €
Fremdkapital 0 € 90.000 € 90.000 € 90.000 € 0 €
Gesamtkapital 10.000 € 100.000 € 100.000 € 100.000 € 10.000 €
Rendite der Anlage 8 % 8 % 8 % 6 % 6 %
Ertrag des Gesamtkapitals 800 € 8.000 € 8.000 € 6.000 € 600 €
Zinssatz - 6 % 7 % 7 % -
Fremdkapitalzinsen 0 € 5.400 € 6.300 € 6.300 € 0 €
Ertrag nach Fremdkapitalzinsen 800 € 2.600 € 1.700 € -300 € 600 €
Eigenkapitalrendite 8 % 26 % 17 % -3 % 6 %

 

Im ersten Fall investiert Herr Mustermann nur sein Eigenkapital. Folglich entspricht die Eigenkapitalquote gleich der Anlagenrendite.

 

Im zweiten Fall nimmt Herr Mustermann einen Kredit über 90.000 € zu einem Zinssatz von 6 % auf. Da die Rendite der Anlage höher ist als der Zinssatz des Kredits, steigt seine Eigenkapitalrendite, da das gleiche Eigenkapital wie zuvor eingesetzt wird, der Ertrag nach Fremdkapitalzinsen aber höher liegt als im Fall 1.

 

Im dritten Fall ist die Laufzeit des Kredits zu Ende. Herr Mustermann will an seiner Investitionssumme festhalten und erwirbt einen neuen Kredit, um den alten abzulösen, allerdings zu einem höheren Zinssatz. Da die Rendite der Anlage immer noch oberhalb des Zinssatz liegt, ist die Eigenkapitalrendite zwar geringer als im zweiten Fall, aber immer noch höher als bei einer Anlage ohne Fremdkapital.

 

Im vierten Fall sinkt die Rendite der Anlage auf einen Wert unter des Fremdkapitalzinssatzes. Durch den hohen Fremdkapitalanteil (90 %) entsteht sogar ein Verlust von 300 €, was einer Eigenkapitalrendite von -3 % entspricht.

 

Im letzten Fall wollen wir vergleichen, welches Ergebnis sich mit den Rahmenbedingungen von Fall 4 ohne den Einsatz von Fremdkapital ergeben würde.

 

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Auswirkungen des Leverage-Effektes

 

  • Der Leverage-Effekt bewirkt eine Hebelwirkung auf die Eigenkapitalrendite, wobei der Hebel in beide Richtungen wirkt.
  • Ist die Anlagerendite höher als der Fremdkapitalzins, erhöht sich die Eigenkapitalrendite.
    Ist die Anlagerendite geringer als der Fremdkapitalzins, vermindert sich die Eigenkapitalrendite.
  • Je größer die Fremdkapitalquote ist, desto größer ist der Hebel.
  • Fremdkapitalzinsen sind bei einem Unternehmen absetzbar, so dass sich ein zusätzlicher Steuervorteil ergibt.

 

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>>>Kapitel Einführung in das DCF-Verfahren

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